AUDI


quattro mit Blitz-Reaktion

Wie das Konzept eines Fahrzeuges die Entscheidungen für jede einzelne Komponente beeinflußt, zeigt sich auch beim permanenten Allradantrieb der quattro Versionen des Audi TT Coupé mit 132 kW (180 PS) und 165 kW (225 PS).

Die angestrebte Kompaktheit dieses Sportwagens mit extrem kurzen Karosserieüberhängen bedingte einen quer eingebauten Motor. Diese Anordnung des Aggregates wiederum erforderte ein darauf abgestimmtes System zur Verteilung des Antriebsmomentes zwischen Vorder- und Hinterachse.

Erstmals im Audi-Programm wird deshalb im TT Coupé quattro ein elektro-hydraulisch geregeltes System zur Momentenverteilung eingesetzt. Es bietet die bekannten quattro Vorteile, baut besonders kompakt und ist deshalb gerade für den Einsatz im TT prädestiniert. Der von einem Sportwagen erwarteten schnellen Reaktionsfähigkeit kommt es außerdem durch seine hochentwickelte Sensibilität entgegen: Innerhalb einer Differenz der Drehwinkel an Vorder- und Hinterachse von 45 Grad kann sich das System auf Veränderungen der Fahrbedingungen einstellen.

Wenn zum Beispiel an den Vorderrädern Schlupf entsteht und dadurch nicht mehr die bestmögliche Traktion gewährleistet ist, wird das Momentenverteilungssystem aktiv und leitet einen größeren Teil des Motormoments exakt dosiert zur Hinterachse. Bis die geänderte Momentenverteilung wirksam wird, hat sich das Rad nur um ganze 25 cm weiter gedreht.

Die elektronisch gesteuerte hydraulische Lamellenkupplung ist zwischen Kardanwelle und Hinterachsdifferential eingebaut. Im Inneren ihres Gehäuses befindet sich ein im eigenen Ölbad laufendes Lamellenpaket, das durch geregelten hydraulischen Druck zusammengepreßt werden kann und somit eine variable Momentenübertragung auf die Hinterachse ermöglicht. Eine elektrische Vorladepumpe sorgt für ein spontanes Ansprechen der Kupplung. Je stärker der Druck auf die Lamellenkupplung wird, desto mehr Moment wird auf die Hinterachse übertragen.

Für die Verteilung des Motormoments nach vorn und hinten gibt es keine feste Kennlinie, es handelt sich vielmehr um ein dynamisches System, bei dem die Verteilung durch eine Vielfalt von Parametern gesteuert wird. Für den Druck im Arbeitskolben der Lamellenkupplung sorgen zwei Axialkolbenpumpen.

Sie werden über eine Axial-Nockenscheibe durch Drehzahlunterschiede zwischen Eingangs- und Ausgangswelle angetrieben. Ein elektronisch gesteuertes Ventil kann diesen Druck stufenlos verändern. Das Steuergerät nutzt dazu die unterschiedlichsten Informationen, unter anderem Radgeschwindigkeiten, Motordrehzahl und Motormoment.

Ein übergeordnet hinterlegtes Softwareprogramm ermöglicht es dem System darüber hinaus, den Fahrerabsichten entsprechend zu reagieren. Bei ABS-Bremsungen zum Beispiel macht die Kupplung "auf", es findet keine Momentenübertragung von vorn nach hinten statt, dadurch kann die ABS-Regelung optimal arbeiten.

Das System ist auch bei Rückwärtsfahrt aktiv, so daß auch in dieser Fahrsituation die maximale Traktion zur Verfügung steht. Im Schubbetrieb zeichnet sich das Audi TT Coupé quattro durch ein sehr gutmütiges Fahrverhalten aus, wichtig zum Beispiel, wenn man bei schneller Kurvenfahrt abrupt vom Gas geht.

Die Anordnung "Motor vorn - Allrad-Lamellenkupplung an der Hinterachse" ergibt eine Verbesserung der Achslastverteilung. Sie hat entscheidenden Anteil an der hervorragenden Fahrstabilität des TT.

In der Fahrpraxis profitiert der Fahrer eines Audi TT Coupé quattro von den bewährten Vorteilen des permanenten Allradantriebs: bestmögliche Traktion auf jeder Fahrbahnoberfläche, spurtreues Beschleunigen, hohe aktive Sicherheit durch optimale Nutzung des Durchzugsvermögens, mehr Kurvenstabilität - eben nicht nur "Schlechtwetter-Vorteile".


24.09.98 © by Redaktionsbüro Kebschull Fax: 05903 - 6702 - Impressum

Hinweis: Alle auf dieser Page benutzten Marken (Porsche, Ferrari, BMW usw.) Sind eingetragene Warenzeichen und Unterliegen als solche den gesetzlichen Bestimmungen