Fahrbericht - Kommentar

Porsche Boxster

Von Dipl.-Ing. (FH) Gerd Kebschull


Kommentar von Michael Jarke

Hallo Gerd!

Mit Erleichterung durfte ich feststellen, daß ich nicht der einzige Mensch bin, der dem Mythos Porsche verfallen ist. Obwohl ich bisher noch nicht die Gelegenheit hatte, einen Boxster zu fahren und das große Verlangen danach nicht habe (der 'Elfer ist und bleibt mein Traumwagen), so kann ich viele Argumente für den Boxster nachvollziehen. Da ich seit knapp 2 Jahren einen 87'er Carrera fahre, könnte ich ähnliches über meinen Wagen schreiben.

Mehr Infos über meine beiden 911'er (im Sommer fahre ich ein 911'er SC Cabrio) sind auf meiner Homepage zu finden:

http://home.t-online.de/home/jarke

In Deinen Bericht schlägst Du vor, daß man(n) sich einfach mal eine Probefahrt mit diesen Wagen gönnen sollte, um die Faszination des Boxsters zu erleben. Bei diesen Rat hast Du aber leider vergessen, wie "freundlich" die Kunden vom Porsche-Zentrums meistens behandelt werden.

Die Kritik über dieses Problem hattest Du ja vor vielen Monaten auf Deiner IPH veröffentlicht. Selbst ich werde - trotz meiner beiden Elfer - in der Regel nicht besonders nett behandelt, obwohl Porsche an den Ersatzteilen meiner Autos "ein paar Mark" verdient. Ob das örtliche Porsche-Zentrum den meisten Besucher Deiner Homepage eine Probefahrt gestattet, ist daher sehr zweifelhaft.

Besonders fasziniert haben mich Deine Gedanken zum "unsichtbaren Band" zwischen den Porsche-Ingeneuren und den Porsche-Liebhabern. Ich muß zugeben, daß ich darüber noch nicht nachgedacht habe. Aber wenn ich in meinen Elfer steige und feststelle, daß selbst kleine Details im bzw. am Wagen nahezu perfekt gestaltet sind, dann glaube ich auch an dieses Band.

Aber im Verlauf der Fahrzeug-Evolution verändert sich der Wagen. Winzige Details werden geändert, aber alle paar Jahre müssen sehr große Veränderungen stattfinden. Was hätte Porsche denn am 993'er noch verändern sollen ? Das Ergebnis ist ein komplett neuer 911'er, der irgendwie ein Elfer ist, aber trotzdem völlig anders als der Vorgänger ist.

Viele neue Liebhaber können so gefunden werden, die in diesen neuen Wagen dieses unsichtbare Band entdecken, während die alten Fahrer sich fragen: "Warum hat Porsche das dem 911'er angetan ?". Insofern sind weitere Porsche-Liebhaber mit der Vorstellung des Boxsters hinzugekommen.

Müssen Boxster und 996'er so viele gemeinsame Teile haben? Sollte nicht jeder Porsche etwas "besonderes" sein? Als Porsche-Aktionär freut mich diese Plattformstrategie, da sie der Produktivitätssteigerung und Gewinnsteigerung der AG dient, aber als Fahrer finde ich diese Ähnlichkeit grausam.

Daß Du überhaupt auf das Thema Benzinverbrauch eingehst, wundert mich. Meine Erfahrungen mit meinen beiden Elfern zeigen, daß der Verbrauch ziemlich nebensächlich ist. Das Problem sind und bleiben die Ersatzteilpreise sowie die Lohnkosten, die Porsche von seinen Kunden verlangt.

Abschließend gehe ich auf das Thema Motorisierungsvarianten ein. Daß einige Kunden mit den 205 PS vom Boxster nicht zufrieden sind, kann ich nicht so recht nachvollziehen. Nur sehr selten kann ich meine Elfer so richtig ausfahren, da ich leider nicht der einzige Autofahrer auf den Straßen bin. Die Erfahrung, daß die anderen Autofahrer Respekt vor meinen Porsche haben und brav Platz machen, wenn ich auf der Überholspur "zügig" unterwegs bin, habe ich auch nur sehr selten machen dürfen. Das Angebot einer größeren Motorenpalette für den Boxster oder auch den 996'er ist meiner Ansicht nach wirtschaftlich nicht zu realisieren. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat Porsche sowohl vom Boxster als auch vom 911'er jeweils ca. 17.000 Stück gebaut. Sinkt die Produktionszahl für eine Motorvariante (205 PS, 240PS, 300 PS oder so ähnlich) noch weiter, wie soll dann der Motor bezahlt werden? Einen Boxster dann für knapp 100.000 DM mit Vollausstattung ist dann bestimmt nicht mehr möglich. Verlangt Porsche für eine 20 oder 30 PS Leistungssteigerung ab Werk beim 996'er nicht schlappe 20.000 DM?

In diesen Sinne

Michael Jarke



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