VW Lupo


  • Spar-Lupo von VW: Klassenziel Öko-Auto leider verfehlt / Lupo gegen Twingo SmILE: Greenpeace schlägt VW Vergleichsfahrt vor

    Hamburg - Anläßlich der Präsentation des sogenannten "Öko-Lupos" von VW in Göteborg schlägt Greenpeace Volkswagen eine Vergleichsfahrt vor. Öffentlich und unter Aufsicht unabhängiger Experten soll dabei ermittelt werden, welches Drei-Liter-Auto das sparsamste und umweltfreundlichste ist  - das Drei-Liter-Dieselfahrzeug von VW oder das Drei-Liter-Benzinauto "Twingo SmILE" von Greenpeace.
    Der Twingo SmILE (SmILE steht für Small, Intelligent, Light, Efficient) von Greenpeace fährt seit mittlerweile drei Jahren mit
    bisher unerreichten Verbrauchswerten: Im Praxistest benötigt das umgebaute und mit einem hocheffizienten Motor gestattete
    Renault-Modell zwischen 2,2 und 3,5 Litern Benzin. Die Sparversion des VW-Lupo soll 2,99 Liter Diesel auf dem Prüfstand verbrauchen, in der Praxis werden bis zu 3,4 Liter erwartet. Damit würde der Spar-Lupo soviel Kohlendioxid ausstoßen wie ein Benzinfahrzeug mit 3,8 Litern Verbrauch.

    Unabhängig vom Ergebnis einer Verbrauchsfahrt kann der Lupo nach Auffassung von Greenpeace kaum als "Öko-Auto" bezeichnet werden. Zum einen hat VW ausgerechnet den umweltschädlichsten Kraftstoff ausgewählt. Als Diesel stößt der Lupo krebserzeugende Rußpartikel aus. Diesel-Abgase enthalten zudem wesentlich mehr Stickoxide, die Grundsubstanz für Ozonsmog. Zum zweiten muß ein Spar-Auto erschwinglich sein, wenn es von möglichst vielen Verbrauchern gekauft werden und dadurch weniger spritsparende Fahrzeuge verdrängen soll. Der Lupo aber kostet vermutlich über 8000 Mark mehr als das
    Standardmodell - er wird zum Nischenprodukt, bei dem VW selbst mit nur geringen Absatzzahlen rechnet. Dagegen erreicht der Twingo SmILE minimale Verbrauchswerte mit einem Benzinmotor, ohne exotische Materialien und ohne Mehrkosten bei der Herstellung. Das Entscheidende aber ist, daß die SmILE-Technik auf alle gängigen Automodelle übertragbar ist.

    Greenpeace-Sprecher Wolfgang Lohbeck: "Es ist erstaunlich, daß VW für sein sparsamstes Auto nicht die beste Spritspartechnik verwendet, sondern auf die Diesel-Technik gesetzt hat. VW-Chef Piech hatte nur ein Ziel im Auge: um jeden Preis die magische 3 vor dem Komma zu erreichen. Das hätte er auch mit der effizienteren SmILE-Technik haben können. Selbst die VW-Schwester Audi setzt auf geringeren Hubraum mit Aufladung als zukunftsfähigste Technik - genau die
    Technik, die im Twingo SmILE konsequent umgesetzt wurde. Nach den jahrelangen Ankündigungen hätten wir von VW mehr erwartet."
     
     Lohbeck weiter: "In Wolfsburg könnten schon heute nicht nur ein 3-Liter-Lupo, sondern auch ein 4,5-Liter-Passat vom Band rollen - und zwar als Benziner, nicht als noch umweltschädlichere Diesel. Daß die Technik für halbierten Spritverbrauch vorhanden ist, wissen auch die VW-Ingenieure. Es ist jedoch einfacher und vor allem billiger, einen Vorzeige-Sparauto zu präsentieren und die Masse der Fahrzeuge so weiter zu bauen wie bisher. Am Durchschnittsverbrauch der VW-Flotte
    von rund 8 Litern wird der teure Spar-Lupo nichts ändern. Wir brauchen keine Drei-Liter-Nischenfahrzeuge, wir brauchen Autos, die nur noch die Hälfte verbrauchen."

    Weitere Infos zum Greenpeace-Projekt unter http://www.greenpeace.de 


    07.07.99 © by Redaktionsbüro Kebschull Fax: 05903 - 6702 - Impressum
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